Der Zusammenhang zwischen Depression und Schlaf

The Link Between Depression and Sleep

Sich bedrückt zu fühlen ist eine natürliche Emotion im Menschen, aber wenn Du diese etwas öfter erlebst, kann es sein, dass Du weniger schläfst als Dein Körper verlangt.

Depression kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden; einige davon sind eine Mischung aus mehreren. Depression kann durch Stress bei der Arbeit, eine Krankheit, finanzielles Leid, gebrochene Beziehungen, nachlassende Gesundheit und den Verlust eines geliebten Menschen verursacht werden. In einigen Fällen können Faktoren wie Alter, Persönlichkeit und Familiengeschichte zum Tragen kommen. Es kann Wochenbettdepression sein oder aber kann Depression durch zu viel Trinken oder Drogen hervorgerufen werden. Während es leicht ist, die Ursache der Depression festzustellen, ist es jedoch ein Rätsel, wie sie zu heilen ist.

Es gibt keine universelle Kur für Depression. Manche nehmen Medikamente. Andere wählen natürliche Heilmittel. Und dann gibt es diejenigen, die durch Veränderung ihres Lebensstils eine vollständige Transformation erleben: sie ändern ihre Ernährung und tägliche Routine und wenden sich der Bewegung zu, um ihre Vitalität zu steigern. Einige suchen soziale Unterstützung – ein starkes Heilmittel für diejenigen, die gegen Gedanken und Gefühle in ihren eigenen Köpfen kämpfen. Und wiederum andere sind einfach mit mehr Schlaf am besten beraten.

Natürliche Kuren für Depressionen

Stephen Ilardi, Autor von „Depression ist heilbar: Das Sechs-Schritte-Programm ohne Medikamente“, schlug vor, sich auf Heilmittel zu konzentrieren, denen wir den Rücken gekehrt haben. Erstens schlägt er eine regelmäßige Einnahme von Lebensmitteln vor, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. „Da das Gehirn eine konstante Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren benötigt, haben Menschen, die nicht genug von diesen Fetten essen, ein erhöhtes Risiko für viele Formen von psychischen Erkrankungen, einschließlich Depression“. Ilardi erklärt, dass britische Forscher ein Experiment mit depressiven Patienten durchgeführt haben, die nach zwei Monaten Antidepressiva nicht genesen konnten. Allen Patienten wurde empfohlen, auf ihren Medikamenten zu bleiben; eine separate Gruppe fügte jedoch Omega-3-Ergänzungen zu ihrer Einnahme hinzu. Das Ergebnis: Etwa 70 % derjenigen, die ihre Omega-3-Fettsäuren eingenommen hatten, erholten sich.

Ilardi empfahl auch Beschäftigung, körperliche Bewegung, soziale Unterstützung und Sonneneinstrahlung. „Ohne Lichteinwirkung gerät die Körperuhr irgendwann aus dem Takt und wenn das passiert, bringt sie wichtige zirkadiane Rhythmen durcheinander, die Energie, Schlaf, Appetit und Hormonspiegel regulieren. Die Störung dieser wichtigen biologischen Rhythmen kann wiederum eine klinische Depression auslösen“, bemerkt Ilardi.

Schließlich empfahl Ilardi Schlaf. „Wenn der Schlafentzug mehrere Tage oder Wochen anhält, kann das unsere Fähigkeit, klar zu denken beeinträchtigen“, sagt er. „Schlafstörungen sind einer der stärksten Auslöser von Depressionen und es gibt Hinweise darauf, dass den meisten Episoden der affektiven Störung mindestens einige Wochen unterdurchschnittlicher Schlaf vorausgehen“.

Weniger als 8 Stunden Schlaf führt zu mehr negativen Gedanken

Es stellte sich heraus, dass Schlafmangel direkt mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht werden kann. Laut dem Journal of Behaviour Therapy and Experimental Psychiatry sind Menschen mit weniger als acht Stunden Schlaf anfällig für Depressionen. Es ist wahrscheinlich, dass es mit Schlaflosigkeit einhergeht; das Eine löst das Andere aus und umgekehrt. In der Studie wurden 52 Erwachsene mit wiederholtem negativen Denken (als RNT bezeichnet) untersucht. Die Ergebnisse wurden durch Überwachung der Augenbewegungen und Befragungen ermittelt, nachdem Bilder gezeigt wurden, die emotionale oder neutrale Reaktionen auslösen. Diejenigen, die weniger als acht Stunden geschlafen haben, waren weniger in der Lage, sich von den negativen Bildern, die sie gesehen haben, zu lösen.

Manche Leute neigen dazu, festsitzende Gedanken in ihren Köpfen zu haben, meint die Autorin der Studie, Professor Meredith Coles der Binghamton University. „Ihr erhöhtes negatives Denken machte es für sie schwierig, sich von den negativen Reizen zu lösen, denen wir sie ausgesetzt haben“.

„Dieses repetitive negative Denken ist für mehrere verschiedene Störungen relevant, darunter Ängstlichkeit, Depression und viele andere“, fügte sie hinzu.

In einem früheren Experiment berichtete die Universität von Pennsylvania, dass Personen, die nachts weniger als 5 Stunden geschlafen haben, sich beim Aufwachen gestresst, traurig, wütend und geistig erschöpft fühlen. Wenn sie aber wieder genug Schlaf bekommen konnten, verbesserte sich ihre Stimmung dramatisch.

In einem Blogbeitrag erklärt die Harvard Medical School, dass Schlafschwierigkeiten eines der ersten Symptome einer Depression sein können. Einigen Studien zufolge wurde festgestellt, dass 15–20 % der Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden, diese Krankheit häufiger entwickeln. Schlimmer noch, diejenigen mit Schlafstörungen können auch Panikstörungen bekommen. Mangel an Schlaf hat auch einen großen Einfluss auf Angst. „Es besteht eine große Beziehung zwischen psychiatrischen und psychischen Problemen und Schlaf“, sagte Dr. Lawrence Epstein, ärztlicher Direktor des Sleep Health Center.

Du fühlst Dich traurig? Schlafe!

Genug zu schlafen mag die Depression zwar nicht ganz heilen, aber es kann zu einer schnelleren Genesung verhelfen. Klinische Psychologin Kelly Glazer Brown sagte: „Schlaf ist stark in Stimmungsregulation beteiligt; es gibt viele Veränderungen im Gehirn in Bereichen, die mit dem Schlaf in Zusammenhang stehen, sowohl strukturell als auch funktionell“.

Aber wie kann man schlafen, wenn man dabei Schwierigkeiten hat? Colleen Carney, Ph.D., leitete ein Experiment, bei dem die Teilnehmer einer kognitiven Verhaltenstherapie eine regelmäßige Wachzeit etablieren sollten. Sie wurden angewiesen, vor dem Schlafengehen Aktivitäten wie Essen, Lesen und Fernsehen zu vermeiden. Laut Carney ist der Sinn der Therapie die Vorstellung zu vermitteln, dass Schlafen Bemühungen erfordert.

Vielleicht sind es persönliche Gewohnheiten, die überwunden werden müssen, aber durch Disziplin wird das Schlafen weniger anstrengend. Es könnte mit einem heißen Bad beginnen, mit dem Anziehen des bequemen Seidenpyjamas, einer Tasse heißen Tee oder einer Lavendel Duftkerze im Zimmer. Vielleicht ist es so einfach, wie eine Schlafmaske aufzusetzen. Wie auch immer, Dein Körper und Dein Geist können von einer guten Nachtruhe profitieren, warum also nicht gleich heute Nacht beginnen?

Jonas Diezun

Jonas ist Gründer von RADICE. Selbst begeisterter Leser liebt er es, im Münchner Umland in den Bergen wandern zu gehen. Jonas schreibt über Schlaf, Produktivität, Arbeit und die Wissenschaft dahinter. Er hat in New York und München studiert und in diversen Startups gearbeitet. Sein bester Tipp rund um Schlaf? Einen festen Rhythmus haben und Schlaf und Erholung als wichtige Säule der eigenen Gesundheit sehen. Es ist die Grundlage für unser Wohlbefinden.
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