Melatonin: Was uns wirklich zum Schlafen bringt

Melatonin: What Really Puts Us to Sleep

Melatonin, eine vom Körper produzierte Substanz, die Wach- und Schlafsignale an das Gehirn sendet, spielt eine wichtige Rolle im menschlichen Schlafzyklus.

Das N-Acetyl-5-methoxytryptamin oder Melatonin (MLT) ist ein Hormon, das von der menschlichen Zirbeldrüse produziert wird und Schlaf- und Wachmuster des menschlichen Körpers beeinflusst. Wissenschaftler nannten es das „Hormon der Dunkelheit“, da es auf den Mangel an Licht reagiert. Wenn die Netzhaut des Auges Helligkeit erkennt – die Strahlen der Sonne oder das grelle Licht von Geräten – hemmt das Gehirn die Produktion von Melatonin, um den Körper munter und wachsam zu halten. Wenn jedoch kein Licht vorhanden ist, steuert der Hypothalamus im Gehirn die Tannenzapfen-förmige Zirbeldrüse an, Melatonin freizusetzen, um dem Körper zu signalisieren, dass es Zeit zum Schlafen ist.

Melatonin, das von der Substanz Serotonin abgeleitet ist, wird durch eine Reihe von enzymatischen Reaktionen verarbeitet, bevor es in den Blutkreislauf freigesetzt wird und in das Blutgewebe eindringt. Die Signale werden dann im SCN und der Hypophyse sowie in anderen Teilen des Körpers, einschließlich des Darmtrakts und der Eierstöcke der Frau, empfangen. Eine höhere Konzentration besteht im SCN, da Melatonin den zirkadianen Rhythmus des Körpers stark beeinflusst. Die Bindung des Hormons an die weiblichen Eierstöcke beeinflusst die Dauer und Häufigkeit der Menstruationszyklen.

Die Melatonin-Produktion erreicht in der Nacht einen Höhepunkt, der physiologische Veränderungen hervorruft, die den Körper zum Einschlafen bringen – darunter die Senkung der Körpertemperatur und die Beruhigung der Herzfrequenz. Experten nannten es den chronologischen Schrittmacher des Körpers. Neben dieser Uhr und Kalenderfunktion, kümmert sich Melatonin auch darum, zirkadiane Störungen im Körper – Jetlag, Schlafentzug und sogar Depression – zu behandeln.

Melatonin in Pflanzen

Aber das ist nicht alles; Melatonin ist auch in Pflanzen vorhanden. In den 1970er Jahren fanden Forscher Melatonin in Kaffeeextrakten. Weiters entdeckten die Wissenschaftler die Anwesenheit von Melatonin in verschiedenen Teilen von Gefäßpflanzen wie Wurzeln, Sprossen, Blättern, Samen und Früchten. Diese Daten wurden dank Flüssigkeitschromatografie und Fluoreszenzspektroskopie entdeckt. Während sich die Konzentration von Melatonin in Pflanzenorganen erheblich unterscheidet, stellte sich heraus, dass Samen und Blätter die höchste Konzentration dieser Verbindung haben, und Früchte die niedrigste.

Es wurde auch bewiesen, dass Melatonin auch als Pflanzenschutz gegen oxidativen Stress wirkt. Im 2006 Plant Signal Behavior schlugen Forscher vor, dass Melatonins Bindungskapazität gegen freie Radikale es zu einem starken sekundären Pflanzenstoff machen. Und genau wie bei der menschlichen zirkadianen Uhr, bestimmt Melatonin die Pflanzenentwicklung in zirkadianen Rhythmen, Vegetation und Zellschutz.

Melatonin in Tieren

Erstaunlicherweise wurde Melatonin zuerst in Tieren gefunden. Aaron B. Lerner von der Yale University School of Medicine isolierte das Hormon im Jahr 1958 und gab ihm den Namen aufgrund seiner Fähigkeit, die Hautfarbe von Fröschen zu bleichen. Früher noch hatten Carey Pratt und andere entdeckt, dass der Zirbeldrüsenextrakt von Kühen die Haut von Kaulquappen aufhellen kann.

Wissenschaftler haben entdeckt, dass Melatonin nicht nur ein Neurohormon der Rinder ist, sondern die zirkadiane Uhr des gesamten Tierreichs antreibt, indem es tägliche und saisonale Sekretionsmuster freisetzt. Dieser Rhythmus kontrolliert das Verhalten der Tiere und deckt ihre physiologischen, endokrinen, metabolischen und biochemischen Reaktionen ab. Zum Beispiel sind tagaktive Arten von der Melatoninfreisetzung in ihrem Körper betroffen. Melatonin beeinflusst auch Reproduktion, Winterschlaf, Migration und sogar Fellveränderungen.

Zeit und Melatonin: Fazit

Zeit ist entscheidend für die gesamte Schöpfung. Während sich die Erde um ihre Achse dreht, lernt der Körper dank dieses essenziellen Hormons zu hören, zu heilen und sich zu erholen. Abgesehen vom Schlaf bietet Melatonin noch einige weitere Vorteile:

  • Verbessert die Schlafzyklen von Personen, die an einer verzögerten Schlafphasenstörung leiden
  • Erleichtert Jetlag-Symptome
  • Bietet denen mit Schichtarbeitsstörung Tagesschlafqualität und -dauer
  • Hilft Kindern und Erwachsenen, die an Schlaflosigkeit leiden
  • Heilt bei Alzheimer-Patienten leichte kognitive Beeinträchtigungen
  • Verhindert Zellschäden bei Patienten mit ALS
  • Reduziert den Blutdruck in der Nacht

Lass Dich vom Hormon der Dunkelheit in den Schlaf wiegen. Es ist die Art und Weise, wie Dein Körper sich selbst heilt, damit Du jedes Mal Dein bestes geben kannst. Du kannst nicht einschlafen? Stimuliere die Melatoninproduktion mit einer Schlafmaske, die das Licht abschirmt, wo auch immer Du bist.

Caris Cruz

Caris schreibt über Wellness, Living und Lifestyle-Themen für RADICE. Sie stammt aus den tropischen Philippinen und betritt die Welt immer mit einem Buch und ihrer Kamera. Sie liebt es, ihre verschiedenen Eindrücke aller Länder in Wörter zu übersetzen und aufzuschreiben. Wie man am besten schlafen kann laut Caris? – Lass den Stress hinter dir, entspanne dich bewusst und lasse nur gute Gedanken an dich ran.