Die verheerenden Auswirkungen von Schlafentzug

The Devastating Effects of Sleep Deprivation

Schlechter Schlaf macht nicht nur schlechte Laune; er steigert auch das Risiko für schwere Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes und Schlaganfall. Finde heraus, wie Du Schlafentzug vermeiden kannst und wie Du Dich erholen kannst, wenn Du bereits daran leidest.

Das US National Heart, Lung and Blood Institute definiert Schlafentzug in einfachen Worten: nicht genug Schlaf bekommen. Die Nachwirkungen sind jedoch viel komplizierter. Obwohl genauso wichtig für die Gesundheit wie Atmen und Essen, wird der Schlaf oft durch den modernen Drang, wach zu bleiben, in den Hintergrund geschoben.

Laut einer Umfrage von NDTV leiden 20 % der Menschen in der Welt an Schlafentzug. Das bedeutet, dass einer von fünf Menschen – unabhängig von Alter, Kultur oder Lebensstil – nicht die richtige Menge an Schlaf hat, die sein Körper benötigt. Diese Umfrage wurde von Curofy, eine Gemeinschaft von Ärzten in Indien, durchgeführt, um die Aufmerksamkeit für Schlafstörungen anlässlich des World Sleep Day zu erhöhen. Mehr als 900 Ärzte nahmen an dieser Umfrage teil, wobei 182 antworteten, dass sie trotz kürzerer Schlafzeiten ihre Aufgaben erfüllen.

Im Jahr 2011, bezeichnete es CBC als eine „globale Epidemie“. Schlafprobleme haben bis zu 45 % der Weltbevölkerung betroffen, so der Weltverband der Schlafmedizin. Wer leidet am meisten unter Schlafentzug? Kanadier. 60 % der erwachsenen Kanadier haben 6,9 Stunden Schlaf pro Nacht, im Gegensatz zu den empfohlenen 8 Stunden. Männer schlafen 11 Minuten weniger als Frauen, aber Frauen fällt das Einschlafen schwerer.

In dem Bericht zeigt Schlafentzug ähnliche Anzeichen wie andere Störungen, wie z. B.:

  • Eine Person, die 20 Stunden lang keinen Schlaf hatte, hat das gleiche Ausmaß an Beeinträchtigung wie jemand mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,08 %
  • Der Schlafplan von Schichtarbeit stört das natürliche Schlafmuster und die Erholung des Körpers, was zu körperlichen und geistigen Problemen wie Bluthochdruck, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen führen kann
  • Mangel an Schlafqualität beeinflusst den Appetit und führt somit zu einer Gewichtszunahme

Studie: Schlafentzug wirkt sich negativ auf das Gehirn aus

Im Jahr 2007 untersuchte ein Team unter der Leitung von Paula Alhola den Einfluss der Störung auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Laut der Forschung kann anhaltender Wachzustand das Ergebnis einer der folgenden Ursachen sein: ein Zustand, der als akuter totaler Schlafentzug bezeichnet wird, oder eine chronische Schlafeinschränkung. Eingeschränkter Schlaf ist laut Experten im Alltag häufiger. Totaler Schlafentzug beeinträchtigt jedoch das Arbeitsgedächtnis und die Beschlussfassung sowie den Fokus.

Im Durchschnitt muss die Schlafdauer mindestens 7 Stunden pro Tag betragen. Während dieses Zeitraums durchläuft der Körper zwei Schlafprozesse: den homöostatischen Prozess S und den zirkadianen Prozess C. Der erste hängt von Schlaf und Wachheit ab; wenn Wachheit vorherrscht, steigt das Bedürfnis nach Schlaf. Andererseits ist der zirkadiane Prozess C als ein angeborener Schrittmacher tätig, der den Beginn und den Versatz einer Schlafperiode beeinflusst. Diese beiden Prozesse bestimmen den Schlaf- und Wachzyklus des Körpers.

Der Schlaf ist entscheidend für die Energieerhaltung, Geweberegeneration, Gedächtniskonsolidierung und Thermoregulation im Körper. Der Schlafverlust aktiviert jedoch das sympathische Nervensystem des Körpers und dies könnte zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels und zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Längerer Schlafentzug wirkt sich auch auf das Immunsystem aus und kann zu metabolischen Veränderungen wie Insulinresistenz führen.

Menschen, die an kurzfristiger Schlafeinschränkung leiden, können Glukose nicht so effizient verarbeiten wie diejenigen, die 8 Stunden geschlafen haben, so die American Sleep Association – in der Tat sind sie anfälliger für Typ-2-Diabetes. Weitere Gefahren im Zusammenhang mit Schlafentzug sind langsamere Genesung von Wunden und unterdrücktes Wachstum.

Bereits 1999 wurde anhand einer Umfrage nachgewiesen, dass eine verminderte Sekretion von Cortisol Wachstumshormone unterdrückt. Tiefschlaf, eine Folge von Schlafentzug, schwächt auch die Achse zwischen Hypothalamus, Hypophyse und Nebennieren, die Stressreaktionen reguliert.

Woher weißt Du, ob Du an Schlafentzug leidest?

Das kannst Du anhand der Anzeichen feststellen. Health.com listet Symptome von Schlafmangel auf, darunter:

  • Ständiges Hungergefühl. Laut dem Artikel, verwirrt schlechter Schlaf den Sättigungshormon Leptin, sodass Du die Sättigungssignale nicht verspürst und angetrieben wirst, mehr zu essen.
  • Schnelle Gewichtszunahme. Erhöhter Appetit, vor allem von zuckerhaltigen und salzigen Lebensmitteln, wird sicherlich Deine Taille beeinflussen.
  • Langsamer Stoffwechsel. Mangel an richtiger Ruhe reduziert die Reaktionsfähigkeit Deiner Zellen auf Insulin, das die Energie Deines Körpers reguliert.
  • Tendenz, impulsiv zu sein. Da Schlafentzug Deine kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten beeinträchtigt, kannst Du Dich in rücksichtslose Entscheidungen stürzen. Das bist nicht Du; es ist Dein Mangel an Schlaf.
  • Wackelige Motorik. Du stolperst öfters am Tag? Es mag Dir schwerfallen, Dich darauf zu konzentrieren, wo Du hingehst. Der Grund dafür ist, dass Schlafentzug Deine neurologische Funktion im Allgemeinen beeinflusst.
  • Überreaktion. Überreaktion. Dein Herz ist völlig durcheinander und Du fühlst Dich wegen zu wenig Schlaf schnell zu glücklich, zu traurig, zu wütend oder zu ängstlich. Wenn Du zu viel fühlst, schläfst Du es am besten weg.
  • Verschwommene Sicht. Eine der negativen Auswirkungen von Müdigkeit geht an Deine Augen. Der Ziliarmuskel, der Deinen visuellen Fokus unterstützt, ist viel schwieriger zu kontrollieren, wenn Du nicht genug geschlafen hast. Das ist der Grund, warum Du ständig doppelt siehst.

Du hast diese Symptome? Vielleicht ist es an der Zeit, eine Weile innezuhalten und ein Gesundheit-verjüngendes Nickerchen zu machen. Beraube Deinen Körper nicht von Schlaf; schlüpfe in Deinen Pyjama und geh ins Bett. Acht Stunden Ruhe macht einen großen Unterschied.

Jonas Diezun

Jonas ist Gründer von RADICE. Selbst begeisterter Leser liebt er es, im Münchner Umland in den Bergen wandern zu gehen. Jonas schreibt über Schlaf, Produktivität, Arbeit und die Wissenschaft dahinter. Er hat in New York und München studiert und in diversen Startups gearbeitet. Sein bester Tipp rund um Schlaf? Einen festen Rhythmus haben und Schlaf und Erholung als wichtige Säule der eigenen Gesundheit sehen. Es ist die Grundlage für unser Wohlbefinden.
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