Warum zu Hause bleiben das neue Ausgehen ist

Why Staying In is the New Going Out

Dies mag als eine Überraschung kommen, aber es Dir auf Deinem Sofa mit einer Tasse heißer Schokolade gemütlich zu machen ist die beste Weise, Dein Wochenende zu verbringen.

Schließe die Tür und zieh die quälenden Stöckelschuhe aus. Wirf die schwere Jacke ab, die Du den ganzen Tag herumgeschleppt hast. Du wurdest zu mehreren Freitagspartys eingeladen, aber Du hast beschlossen, Dein Telefon auszuschalten, nachdem Du abgesagt hast. Das leichte Gefühl des direkten Kontakts mit dem Boden genießend, gehst Du barfuß direkt zum Kühlschrank. Du machst Dir eine Schüssel mit Joghurt und Früchten, bevor Du Dich auf Deine Couch legst, um Deine Lieblingssendungen zu sehen – ohne irgendwelche Sorgen. Fühlt sich gut an, oder?

Das ist die Schönheit des zu Hause bleiben – der Genuss kleiner, wenn auch gewöhnlicher Dinge, die man des Öfteren wegen der alltäglichen Hektik verpasst. Die Welt will Dich dauernd beschäftigt halten; an Wochentagen läufst Du im Büro umher, um Deine Arbeit zu erledigen, während Dein Telefon ständig mit Anrufen von Kunden klingelt. Du wachst früh auf, schläfst spät, belastest Dich mit Stress durch unerfüllte Fristen und unvorhergesehene Probleme. Aber heute, ein Wochenende, ist Deine „Ich-Zeit“. Und anstatt es in der geschäftigen und erschöpfenden Außenwelt zu vergeuden, nimmst Du Dir in Deinen Seidenpyjama gekleidet Zeit zum Ausruhen, denn Ruhe ist vom Menschen dringend benötigt.

Es ist eine Gesinnung der Millennials

Laut MediaPost wollen die Millennials lieber zu Hause bleiben als hinauszugehen und das aus gutem Grund. Laut einer Umfrage von For A Good Time, wollen 72 % der jüngeren Verbraucher am Wochenende lieber zu Hause bleiben. 81 % der Erwachsenen im Alter zwischen 21 und 33 Jahren bevorzugen ihre Handys über Drinks. In einer Komödie von Aparna Nancherla gibt es keine Angst mehr, etwas zu verpassen. Das Zeitalter von Netflix rückt vor und der Wunsch nach einer Kneipentour schwindet langsam. Wir lernen, spätabendliche Unterhaltung in unsere Ruhezeit zu verwandeln – Ruhe, etwas, das heutzutage so selten ist.

Die Gründe dafür

Warum zu Hause bleiben fragst Du? Zum einen, es spart Geld. Warum €15 für ein Kinoticket ausgeben, wenn Du den Film auch über Dein Kabelabonnement sehen kannst? Außerdem musst Du nicht lange Warteschlangen durchstehen. Du kannst Dich auf Deiner großen, bequemen Couch ausstrecken, essen, zwischendurch Pausen einlegen, grundsätzlich tun, was Du willst. Du brauchst kein Taxi bezahlen oder Essen verschwenden.

Das Beste? Du brauchst Dich nicht mal anzuziehen. Du kannst den ganzen Tag im Schlafanzug durchs Haus gehen und niemand wird Dich dafür schimpfen. Weg mit dem schweren Make-up und dem engen Pferdeschwanz. Heute kannst Du Deinen Körper mit freier Haut atmen lassen. Es ist Zeit, Dich in Deinem einfachsten und bequemsten Zustand zu kleiden und Deine natürliche Schönheit zu genießen.

Wenn Du es liebst, mit großem Genuss einen Burger zu verschmausen, ohne Dich um Deine Manieren und die Meinungen der Zuschauer zu kümmern – hier ist Deine Chance. Niemand außer Deiner engsten Freunde, deren Rülpser Du sowieso schon gehört hast, wird Dich dabei sehen. Zu Hause bleiben tut sich eben mit den Lieblingsleuten am besten. Viel besser noch, wenn ihr euch beim Menü einig seit; sicher, es gibt ein neues Bistro in der Stadt, aber würde es Deine Lieblings-Pizzeria oder die Back-Expertise Deiner besten Freundin schlagen?

Zu Hause bleiben bedeutet auch, Zeit mit Deinem vierbeinigen Freund zu verbringen. Ehrlich gesagt sind sie in vielen Fällen besser als Menschen. Deine Haustiere sind zu 100 % für Dich da und helfen Dir, den Stress der Wochentage loszuwerden. Wer würde diese kleinen Fellknäuel mit ihren großen Augen und riesigen Lächeln nicht vergöttern?

Weniger Menschen, weniger Ablenkungen. Dies ist die Zeit, die Du Deiner Leidenschaft widmen kannst. Du schreibst einen Roman? Setze Dich hin und schreibe ein Kapitel. Du arbeitest an einem Gemälde? Lass Deinen Picasso frei, um die Farben zum Leben zu erwecken. Du willst den Garten gestalten oder einen neuen Mantel entwerfen? Jetzt ist Deine Chance. Wochenenden werden nie langweilig, wenn Du sie zu Hause verbringst.

Außerdem: Parken ist kein Problem, man muss nicht nach einem leeren Platz suchen, man muss nicht stundenlang auf Leute warten, die nicht rechtzeitig kommen und Du kannst machen, was Du willst, wann immer Du willst. Daher ist zu Hause bleiben gleich Freiheit.

Ein starkes Gefühl der Selbstpflege

Zu Hause bleiben ist ein moderner Wellness-Trend und ein Mittel, um Körper, Geist und Seele wieder aufzufüllen. Nimm es als einen Moment, um Yoga zu genießen, wo Du Deine Arme und Beine in Deinem eigenen Tempo strecken kannst und mit meditativen Posen in die Stille Deines Zimmers eintauchen kannst. Es kann auch ein perfekter Moment sein, Hygge zu üben – aktuell ein kraftvolles Schlagwort – wo Du Dich in eine dicke Decke wickelst und den frischen Duft aromatischer Duftkerzen genießt, die statt der grellen LEDs Deinen Raum beleuchten. Wenn Du schon dabei bist, schnappe Dir ein Buch oder höre Dir einen Podcast an und nimm neue Lebenserkenntnisse auf, die Dir dabei helfen werden, bei der Arbeit und als Person zu wachsen.

Eine letzte Anmerkung: zu Hause bleiben bedeutet nicht, sich hinter den Türen einzuschließen. Schließlich geht es beim Hinausgehen mehr um den Ausblick. Wenn Du draußen bist, sind die Möglichkeiten endlos – es gibt Abenteuer, neue Leute, neue Sichten und Klänge zu genießen. Obwohl das zu Hause bleiben diese glücklichen Begegnungen nie ersetzen kann, ist es gut zu wissen, dass man nach einer langen, erschöpfenden Woche auch die Möglichkeit für eine Ruhepause hat.

Caris Cruz

Caris schreibt über Wellness, Living und Lifestyle-Themen für RADICE. Sie stammt aus den tropischen Philippinen und betritt die Welt immer mit einem Buch und ihrer Kamera. Sie liebt es, ihre verschiedenen Eindrücke aller Länder in Wörter zu übersetzen und aufzuschreiben. Wie man am besten schlafen kann laut Caris? – Lass den Stress hinter dir, entspanne dich bewusst und lasse nur gute Gedanken an dich ran.